Der Onlinehandel boomt

Miriam 16. November 2009

Das Einkaufen im Internet ist nicht erst seit gestern bei Händlern und Verbrauchern beliebt. Die Ostwestfälische Wirtschaft widmete dem Online Handel in der letzten Ausgabe ein Titelthema.

 

Das Titelthema “Der Onlinehandel boomt” wurde mit einer Vielzahl interessanter Interviews präsentiert. Die natürlich am besten die verschiedenen Themen des Online Handels darstellen. Immer mehr Unternehmen und auch der Einzelhandel entdecken das Medium Internet als hauptsächliche oder zusätzliche Vertriebsmöglichkeit.

 

 

Diesen Trend zu verpassen, kann schwerwiegende Folgen haben. Denn immer mehr regionale Anbieter und der Einzelhandel verzeichnen Umsatzeinbußen. Eine interessante Bemerkung von Reinhard-Dieter Wolf, Vorsitzender des Handelsausschusses der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld in dem Artikel ist die “Überinformation”. Der Verbraucher informiert sich über das Internet und diese Überinformation, die durch das Medium Internet gegeben ist, habe zur Folge, das Verbraucher verunsichert sind und viele Menschen auf einen spontanen Einkauf verzichten.

 

 

Andrea Bartling, Geschäftsführerin der Online Marketing Agentur coupling media steuerte ein Interview zu diesem Thema bei:

 

Mit dem “virtuellen Laden” auf dem Weg ins Netz


 

Mit Online-Shops zum größeren Ge­schäftserfolg, so heißt es zumindest. Was müssen Unternehmen, insbesonde­re Einzelhändler, berücksichtigen, wenn sie mit einem „virtuellen Laden“ ins Internet wollen?

Dittmar-Bartling: Grundsätzlich sollte zu­nächst eine Mitbewerber-Analyse gemacht werden, die klärt mit „wem“ sich der Online-Shop messen muss. Das gilt sowohl für das Preissegment als auch für den Umfang des Produktangebotes. Zusätzliches Pro für den Online-Shop eines Einzelhändlers kann sein, dass auch regionale Kunden sich außerhalb der Ladenöffnungszeiten über das Angebot informieren möchten, den „Online-Shop“ nur als Informationsquelle nutzen und der Kauf später über das Einzelhandelsgeschäft statt­findet. Die gesamte Analyse dient als Grund­lage zur Entscheidung welchen Umfang das Projekt „Online-Shop“ benötigt.

 

Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig, um einen attraktiven Shop zu gestalten?

Dittmar-Bartling: Die technische Grundlage für jeden attraktiven Online-Shop sollte ein flexibles und verständliches Online-Shop-System sein.

 

Viele Links, bunte Bilder oder blin­kende Grafiken – worauf muss bei der optischen Gestaltung geachtet werden?

Dittmar-Bartling: Die Information zum Pro­dukt muss für den potenziellen Kunden im Vordergrund stehen. Produkt- und Anwen­dungsbilder, klare und verständliche Infor­mationstexte, eventuell auch Anwendungsvi­deos müssen im richtigen Gewicht verwendet werden. Sie dürfen den Besucher des Shops nicht optisch überfordern und vom Bestell­prozess ablenken.

 

Wie teuer sind Technik und Umsetzung?

Dittmar-Bartling: Die Kosten für die Kon­zeption und Programmierung eines Online Shops sind Projektbezogen sehr unterschied­lich und bilden sich quasi wie ein Baukasten. Online Shop Software ist am Markt als Li­zenzversion bereits ab 300 Euro erhältlich, eine Anpassung vom Design und die Konfi­guration der Software sind ein zusätzlicher Kostenfaktor.

 

Gibt es ein absolutes „no go“, das jeden Shop ausbremst?

Dittmar-Bartling: Zum Beispiel lange Lade­zeiten des Online-Shops beim User. Schon in der Konzeptionsphase eines Online-Shops ist die „Größe“ des Projektes einer der wich­tigsten zu beachtenden Punkte. Baut sich eine Webseite nicht in akzeptabler Zeit auf, hat das Projekt keine Chance.

 

Wo klicken Sie sofort weiter?

Dittmar-Bartling: Wenn ich zum Beispiel zu lange nach der Bestellmöglichkeit suche oder Bestellbedingungen, Zahlungsmöglichkeiten, Rücksendemöglichkeiten, etc. auf der Web­seite nicht auffindbar sind.

Quelle: Ostwestfälische Wirtschaft, Magazin der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, 11/2009, S. 15.

 


Fazit der netzagenten:

Der Online Handel darf nicht unterschätzt, geschweige denn total außer Acht gelassen werden. Sicherlich gehört ein gewisses Maß an Verständnis und Investition dazu, um einen erfolgreichen Online Shop zu gestalten. Zumindest sollte man als Einzelhandelsunternehmen den eigenen Kunden die Möglichkeit geben sich auch über die eigenen Produkte und das Sortiment Online zu informieren. Vor allem die Aussage bezogen auf die “Überinformation” kann ich nur unterstreichen. Heutzutage möchte niemand zu viel für ein Produkt bezahlen – und die beste Vergleichbarkeit haben Nutzer im Internet – kein anderer Markt ist grundsätzlich so übersichtlich. Für einige Produkte und Sparten ist der “offline Handel” unverzichtbar, denn es gibt beratungsintensive Produkte oder auch Produkte, die man zuvor in der Hand oder getestet haben muss. Meiner Meinung nach geht es im Online Handel lediglich um den Preisvergleich – der Nutzer versucht ein explizites Produkt zum möglichst günstigsten Preis zu erhalten. Wenn nun ein Einzelhandelsgeschäft um die Ecke den günstigsten Preis bietet – und die Informationsanfrage online möglich ist – wird der Nutzer sicherlich dort kaufen und nicht online.

 

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